Sparen

So ermittelst Du Deine Sparrate ohne Haushaltsbuch

Haushaltsbuch

Der Sinn eines Haushaltsbuchs besteht darin, jederzeit den Überblick und die Kontrolle über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu haben.
Die Ausgaben werden in diverse Kategorien aufgeteilt, um zu erkennen, für welche Positionen am meisten Geld ausgegeben wurde. Anhand dieser Daten lassen sich nun die Einsparpotentiale und schließlich die monatliche Sparrate ermitteln.

Obwohl es heute neben der Papierform auch zahlreiche digitale Helfer, wie Excel und diverse Apps, gibt, erfordert das Führen eines Haushaltsbuchs sehr viel Disziplin und führt erst nach einiger Zeit des Datensammelns zu einem vernünftigen Ergebnis.

Wie Du in weniger als 4 Stunden Deine monatliche Sparrate ermittelst.

Um sofort loslegen zu können brauchst Du folgende Unterlagen: Kontoauszüge der letzten 12 Monate, ein leeres DIN A4 Papier und einen Stift.

Deine Einkünfte

Zuerst ermittelst Du Dein derzeitiges monatliches Nettoeinkommen. Achte darauf, dass Du Einmalzahlungen, wie Boni, 13. Monatsgehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld, usw. nicht mit einrechnest. Diese Sonderzahlungen sind erfolgsabhängige oder freiwillige Leistungen des Arbeitgebers und können deshalb jederzeit entfallen. Somit wäre es fatal, falls Deine Finanzplanung die künftigen Sonderzahlungen bereits einhält und diese dann geringer ausfallen oder entfallen würde.

Ist Dein Gehalt oder Lohn nicht konstant, dann arbeite mit einem realistischen defensiven Durchschnittswert. Gleiches gilt für alle weiteren Einkünfte, die einer gewissen Unsicherheit unterliegen. Hierzu gehören beispielsweise Zinsen und Dividenden.

Deine Ausgaben

Jetzt geht es ans Eingemachte. Arbeite nun Deine Kontoauszüge gewissenhaft durch und notiere, welche monatliche durchschnittliche Ausgaben anfallen.

Ausgaben und Sparrate

Einfach zu ermitteln sind Positionen, die regelmäßig und konstant, also in gleicher Höhe zu bezahlen sind. Hierzu zählen u.a. Miete und Mietnebenkosten, Kosten für Fernsehen und Telekommunikation, Abonnements, Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr oder Raten für Darlehen und Kredite.

Zahlreiche Kosten sind jedoch nur jährlich oder halbjährlich, also sporadisch und konstant, fällig. Diese sind bei der weiteren Betrachtung besonders wichtig, denn gerade zu Jahresbeginn wirst Du bei vielen Versicherungen zur Kasse gebeten. Und das kann eine unangenehme Lücke in Deinem Budget verursachen.

Weiterhin solltest Du die regelmäßigen und variablen Ausgaben erfassen. Hierzu gehören die sonstigen Lebenshaltungskosten, wie Verpflegung, Bekleidung, Körperpflege, etc. Falls Du sehr viel mit Kredit- oder EC-Karte bezahlst, dann kannst Du auch diese Positionen recht gut berechnen. Sonst hilft Dir eine gut Abschätzung.

Zuletzt kommen die sporadischen und variablen Ausgaben. In dieser Kategorie hilft leider nur eine gute Abschätzung. Denn neben Urlaub und spontanen Freizeitaktivitäten gehören hierzu alle weiteren ungeplanten Ausgaben.

Und das ist Deine Sparrate

Die Sparrate ergibt sich aus der Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Falls Deine Sparrate positiv ist, also Deine Einnahmen größer als Deine Ausgaben sind, kannst Du sofort mit dem Sparen beginnen. Herzlichen Glückwunsch!
Ist Deine Sparrate jedoch negativ, dann solltest Du sehr genau Deine Ausgaben analysieren.
Wo kannst Du etwas einsparen, damit am Monatsende doch noch etwas zum Sparen übrig bleibt?

Spannend wird es, falls Deine Sparrate trotz aller Analysen negativ bleibt. In diesem Fall ist es wichtig, dass Du zumindest für die sporadischen Ausgaben eine monatliche Rücklage bildest.
Aber viel entscheidender ist es, dass Du nun kontinuierlich Deinen Einnahmen und Ausgaben im Blick behältst und weiter optimierst. In diesem Fall kommst Du leider um ein Haushaltsbuch nicht herum.

So beginnst Du mit dem Sparen

Nun ist es an der Zeit, die monatliche Sparrate von Deinen laufenden Einnahmen und Ausgaben zu trennen. Zudem ist es ratsam, die Sparrate um eine monatliche Rücklage für Deine sporadischen Ausgaben zu erhöhen.
Richte deshalb einen monatlichen Dauerauftrag auf Dein Sparbuch oder Tagesgeldkonto ein. Der ideale Zeitpunkt für die Ausführung des Dauerauftrags ist direkt nach dem Zahlungseingang Deines Lohns bzw. Gehalts.
Getreu dem Motto: »Aus den Augen, aus dem Sinn!« kannst Du nun frei über das restliche Guthaben auf dem Girokonto verfügen und hast den ersten Schritt zum Vermögensaufbau automatisiert.

»Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.«Francis Bacon

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